Der Galopprennsport ist eine Leistungsprüfung für die Zucht.
Es bedarf aber einer Struktur, die diese Leistungsprüfungen ermöglichen. Diese ist verzahnt mit Interessen von Züchter, Besitzer, Veranstalter Wetter, Sponsoren, Trainer, Reiter, Bahneigentümer, Stallpersonal usw.
Wenn die Zucht zu teuer wird, werden es nur wenige machen können. Dann werden die Pferde für die Besitzer zu teuer und es werden sich nur wenige das leisten können. Das bringt dann Trainer, Reiter und Personal in Nöte und verteuert den Besitzer die Haltung weiter. Damit haben dann die Veranstalter Probleme. Es kann nicht sein, dass die Regel von 3 – 4 Pferden im Rennen, Dauerzustand wird. Solche Rennen werden für die Wetter dann wegen schwacher Quoten, uninteressant. Das wiederum stellt die Finanzierung eines Renntages in Frage. Der Teufelskreis schließt sich.
Wenn nun aber als Halbblüter deklarierte Vollblüter, in einer eigenen Struktur, im Amateurbereich, kostengünstig gezüchtet, und in Rennen eingesetzt werden können und der Rennsport somit in der Breite der pferdebegeisterten Bevölkerung, im Spaßbereich. möglich ist, kann diese Lücke geschlossen werden, und den Rennvereinen volle Felder geboten werden.
Dazu muss man noch wissen, dass nach dem englischen Ursprungszuchtbuch, Halbblutpferde, die mindestens 7 Generationen mit reinrassigen englischen Vollblütern, nach den Bestimmungen des Ursprungsstutbuch Vollblut eingekreuzt sind, in das allgemeine Gestütsbuch für Vollblut eintragungsfähig sind.
Es ist also möglich (nach 7 Generationen) reinrassige englische Vollblüter im Halbblutstatus zu halten.
Die Geringeren unter unseren Vollblüter können in eine Halbblutzucht abtauchen. Das hebt die Wertschätzung des reinen englischen Vollblutes in erheblichem Maße und fördert die Ziele der Vollblutzucht und des Rennsportes.
In dem Halbblutrennverband können mit diesen Pferden dann Rennen veranstaltet werden, die nicht den Zwängen des Ursprungszuchtbuches des englischen Vollblut und der internationalen Vollblutzucht und dessen Rennsystemen ausgesetzt sind. Die deutschen Rennbahnen haben dann genug Starter in Rennen, ohne den Qualitätsstatus der deutschen Vollblutzucht zu schädigen. Der Nachwuchs hat eine Perspektive.
Die Älteren unter uns sterben langsam aus. Wenn die Jugend keine Perspektive erhält, sich aktiv am Rennsport zu beteiligen, werden sie sich auch nicht organisatorisch beteiligen. Dann fehlen in Kürze, den kleinen, ländlichen Rennvereinen die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne die kein Renntag stattfinden kann.
Konzept des Halbblutrennverbandes
Die Halbblutrennen sind ausschließlich von Amateuren zu reiten. Die Reitergewichte werden zwischen 65kg und 75kg angestrebt, damit sie „amateurgerecht“ sind.
Es werden keine Reitgelder an den Amateurverband abgeführt und es werden von dort auch keine Fahrtkostenbeihilfen erstattet.
Die Rennpreise sind so zu verteilen, dass jedes Pferd das startet und das Ziel erreicht mindestens 200€ Preisgeld erhält. Es werden nur die ersten drei Plätze höher dotiert. Die Höhe richtet sich nach den jeweiligen Sponsoren und beträgt zu der Grunddotierung von 200€ für den Sieger mindestens 300€, für den Zweiten 200€ und für den Dritten 100€.
Die endgültige Höhe des Preisgeldes ist mit den Rennvereinen abzustimmen.
Die Rennen werden mit Flaggenstart gestartet.
Es sind keine Züchterprämien zu bezahlen und die Rennvereine führen auch keine Züchterprämien ab. Es gibt auch keine Trainerprozente oder sonstige Abgaben. Ziel ist, die Rennen für Rennvereine und Besitzer kostengünstig zu halten und für die Amateure Lernritte zu beschaffen. Außerdem soll die Zucht solcher Halbblutpferde attraktiv werden.
Es werden eigene Trainingslisten geführt. Hierfür ist keine Trainerlizenz nötig. Es genügt, wenn ein Trainerpate mit Trainerprüfung die Trainingsliste mit unterzeichnet. Dieser trägt die Verantwortung für einen ordnungsgemäßen technischen Ablauf.
Halbblutpferde müssen aber trotzdem den Bestimmungen der Rennordnung von Deutscher Galopp entsprechen damit sie bei Eignung auch in Vollblutrennen eingesetzt werden können.
